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Caroline Hake zeigt in ihrer aktuellen Ausstellung WORK AND PROGRESS verschiedene Architekturen und damit eines der prädestinierten Felder der sozialen und politischen Formensprache, um gültige gesellschaftliche Leitbilder zum Ausdruck zu bringen. Dieses weite historische Feld wird von ihr durch zwei unterschiedliche Szenarien konkretisiert: die Bebauung des urbanen Gürtels von Paris (NONSTOP, 2013) und durch ein geräumtes und kurz vor dem Abriss stehendes Schulgebäude aus den Siebzigerjahren (IGS, 2014). Auch wenn zwischen den Architekturkonzeptionen mehr als dreißig Jahre liegen, bleibt der Anspruch gleich: einen architektonischen Lebensraum zu schaffen, der dem Menschen heute und morgen gerecht wird. WORK AND PROGRESS thematisiert damit auch eine allgegenwärtige soziale und kulturelle Forderung: durch Arbeit und gezielte Formgebung Ideen oder Utopien real werden zu lassen.
In der Serie “PLANEN” (2014) richtet sich der Blick auf die Zeit zwischen zwei Ausstellungen. Aufbau und Abbau sind Teil desselben Vorgangs von Konzeption, Eröffnung, Präsentation und Beendigung einer Schau. Die Kunstwerke sind verhüllt, Planen schützen die Objekte vor Staub und Blicken. Die Faltungen der Planen und die Reflexionen des Lichts ergeben ein zufällig entstandenes Set, das an Fotogramme, konstruktive Malerei oder eine Installation mit alltäglichen Materialien erinnert. In der Kunst gibt es kein Außen. Geschichte, Diskurs und Kontext der zeitgenössischen Kunstrezeption ermöglichen es, fast alles als Kunst zu verstehen. Künstlerische Selbstreferenzen und gesellschaftliche Realität lassen sich nicht klar trennen. Jeder Schritt ist eine Setzung und Bilder erzeugen neue Bilder. Arbeit und Fortschritt sind in diesem Sinne synonym.


In her current exhibition WORK AND PROGRESS Caroline Hake shows various kinds of architecture and hereby one of the predestinated fields of social and political formal vocabulary to express valid societal guiding principles. This wide historical field is concretized through exploring two different scenarios: the architectural development of suburban Paris (NONSTOP, 2013) and an evacuated school building from the 1970‘s about to be broken down. Despite the temporal divide of more than 30 years between the architectural concepts, the aspiration stays the same: to create an architectural environment, serving people today and tomorrow. WORK AND PROGRESS hereby also adresses an ubiquitous social and cultural demand: to realize ideas and utopias through work and selective design.
The series „PLANEN“ (2014) focuses on the time between exhibitions. The building up and taking down of artwork are part of the same process of conception, opening, presentation and ending of a show. The art pieces are concealed, tarps protect the objects from dust and sight. The folding and creasing of the wrapping material and the recflections of light create a random set, reminiscent of photograms, contructivist painting or an installation made of ordinary materials.
In art there is no periphery. History, discourse and context of contemporary art perception allow for almost everything to be regarded art. Artistic self-reference and social reality can not be clearly distinguished. Every Step is a statement and images create new images. In this sense work and progress are synonymous.


© Maik Schlüter, 2015