CANDY
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Wunsch und Wirklichkeit

2006, © Maik Schlüter

Los Angeles. Hollywood. Stadt der Inszenierung, des Verfalls, des sozialen Desasters, der Angst, der Gewalt, des Glamours, der Immigration und Diskriminierung, der Überwachung, der Sehnsucht, des Lichts und der Dunkelheit: Sunshine and Noir. In der kalifornischen Metropole finden sich alle Formen des Widerspruchs – ob sozialer, ökologischer, utopischer, kultureller oder politischer Natur. Eine Weltstadt, die geprägt ist von sozialer Härte und urbaner Totalität, durch alternative Lebensweisen und organisierte Kriminalität, durch Film- und Rüstungsindustrie, Familienunterhaltung und Pornografie, Big Business und völlige Armut. Eine Stadt, deren Mythen und Möglichkeiten umfangreich in Bildender Kunst, Film und Literatur beschrieben wurden. Ausgehend von dieser Vielzahl an Bildern und Widersprüchen entstand 2002 die zehnteilige Arbeit UNIGLORY von Caroline Hake. Sie zeigt eine Stadt ohne Menschen, die in der Arbeit zu einem Extrakt der Inszenierung und der Künstlichkeit gerät. UNIGLORY ist eine fotografische Fiktion, die Orte zeigt, die bereits als modellhafte Inszenierung angelegt sind oder die durch den Blick der Fotografin ein fiktionales und inszeniertes Moment erhalten. Hake verwischt absichtlich die vermeintlich klaren Grenzen zwischen einer dokumentarischen Sicht der Dinge und einer Form der Fotografie, die stärker interpretiert und inszeniert. In den stilisierten Bildern werden Projektionsräume des gesellschaftlichen Lebens sichtbar: als Naturinszenierung im Pacific Ocean Aquarium, als TV-Studio einer Game-Show oder als Bühne für die Wahl der Miss World. Die Wunder der Natur in domestizierter und unterhaltsamer Form genießen zu können, ist dem Wunsch, sich im Fernsehen als Kurzzeitstar mit Aussicht auf einen satten Geld- oder Sachgewinn darzustellen, gleichgestellt. Genauso wie die erotisch aufgeladene Sicht auf normierte Frauenkörper, die den sexuellen Hunger und globalen Anspruch der Jury und Zuschauer der Miss-Wahl gleichermaßen befriedigt. Die ganze Arbeit bewegt sich entlang einer Sollbruchstelle, die zwischen Wunsch und Wirklichkeit, Idealismus und Realismus verläuft. Besonders deutlich tritt dieses Interesse und ästhetische Vorgehen zu Tage, wenn Caroline Hake nicht im Museum oder im Fernsehstudio, sondern Ausschnitte der realen Stadtlandschaft fotografiert. Die romantische Stimmung des im Morgennebel liegenden L. A. verkehrt sich in das apokalyptische Gegenteil, wenn klar wird, dass die Stadt unter einer Glocke aus Staub und Autoabgasen erstickt. Auch die Schönheit und Faszination der Lichtstreifen am nächtlichen Himmel relativieren sich, da sie die Bahn eines über dem Bezirk kreisenden Polizeihubschraubers beschreiben. Die Vermischung von Realität und Fiktion, die Erzeugung einer falschen Welt unter den Vorzeichen der Wahrheit ist sicher ein Privileg der Unterhaltungsindustrie. Alles ist möglich: der Blick in die Zukunft, die Sichtbarmachung des Nichtsichtbaren, die Nahsicht auf das weit Entfernte. Die Wirklichkeit, die Caroline Hake zeigt, ist weder völlig virtuell noch ausschließlich von Kulissen verstellt: in der nächtlichen Wüste strahlt das Licht der Gated Community; die Bewohner dieser sozialen Enklave haben alles ausgesperrt, was fremd und beängstigend ist, ob es nun wirklich existiert oder lediglich eine Projektion ihrer eigenen Angst ist. Dazu passt der Technicolor Sunset am Venice Beach perfekt: täglich werden die Mythen neu inszeniert, benutzt und verbraucht.

Um Verbrauch und Alltäglichkeit geht es auch in der Arbeit NIGHTSTOP von 2005, die ebenfalls in Los Angeles entstanden ist. Hake zeigt hier keine künstlichen Interieurs, die inszeniert und weitestgehend kontrolliert sind, sondern konzentriert sich auf die zersiedelte Infrastruktur von Los Angeles. Sie bildet die zerrütteten Details der Stadtmöblierung ab und zeigt Orte, die nicht sozial reguliert sind. Bewohner sind auf diesen Bildern nicht anzureffen, lediglich Spuren des Verbrauchs sind zu sehen. Es sind Orte des Verfalls, der Einsamkeit, des Transfers: Stellvertreter für die existenzielle Ortlosigkeit ihrer Bewohner und Benutzer. Die Trassen der Verkehrswege von L. A. führen über Stadtteile, deren architektonische Grundausrichtung längst planlos verändert ist und die sich durch Anbauten, Brachflächen, durch Abgelegtes und Abgestelltes, durch Verfallenes und Zerstörtes auszeichnen. Die Fotografien lassen an Verlust und Vorübergang, an Isolation und Zerfall denken. Nichts scheint von dauerhafter Qualität. Anders als in UNIGLORY sind diese Bilder von einer größeren Unmittelbarkeit und orientieren sich an einer Wirklichkeitserfahrung, die im Film oder Buch häufig als infernalische Zukunftsvision oder soziale Destruktion gezeigt wird. Die Fotografien bilden Dinge und Räume des täglichen Umfeldes ab: Parkplätze, Tiefgaragen, verschlossene Ladenzeilen, Hauseingänge oder Brachflächen. Caroline Hake zeigt die zerstörte und improvisierte Seite der urbanen Medaille. Hier geht es weniger um Illusionen als vielmehr um die tägliche Erosion der Stadt. Erweitert werden diese dokumentarischen Ansichten durch die Inszenierung einer Person, die sich im menschenleeren und unwirtlichen Stadtraum bewegt – eine androgyne Figur, die sich scheinbar ziellos von einem verlassenen Ort zum nächsten bewegt. Der Blick der Porträtierten geht stets in Leere und wirkt teilnahmslos und verloren. Die Bilder zeigen eine normierte und uniformierte Persönlichkeit, die wie ferngesteuert eine verlassene Metropole durchstreift. In dieser Bildsequenz hat die Fotografin selbst eingegriffen, hat Outfit und Haltung der Person bestimmt. Caroline Hake zeigt in diesem Teil der Arbeit Spotlights einer apokalyptischen Zukunft. Unter den Vorzeichen einer Dokumentation inszeniert sie eine fotografische Sequenz, die den Kontext der Stadtansichten ändert. Denn nicht nur die forcierte Sicht einer Stadt steht im Mittelpunkt der Arbeit, sondern wiederum die fiktionalen und narrativen Qualitäten der Fotografie.

Süchtig nach Information und Unterhaltung, nach permanenter Bewegung, Anziehung und Attraktivität, nach Möglichkeiten und Fluchten, Anlässen und Ereignissen, Erholung und Lustgewinn taumeln die Konsumenten der Mainstream-Angebote von Fernsehen, Film, Freizeitpark und Sportveranstaltung von Angebot zu Angebot. Freiwillig und ohne Zwang begibt sich jeder in die Sphäre der versprochenen Selbstverwirklichung und Ablenkung. Ein konservativer Geist würde Enthaltsamkeit und intellektuelle Askese fordern. Aber war die Gesellschaft wirklich je anders beschaffen, und waren die Bedürfnisse der vermeintlich ruhigeren Vergangenheit andere als heute? Wohl kaum. Aufklärung und Individualismus haben jedoch die Entscheidungsmöglichkeiten des Einzelnen anders ausgeprägt, und der sich stetig entwickelnde Kapitalismus, mit seiner perfekten Produktion aller denkbaren Güter, hat die Auswahl unüberschaubar gesteigert. Unter den Vorzeichen dieser gesellschaftlichen Organisation beschäftigt sich die Arbeit NEUROPLAN aus dem Jahr 2006 mit dem illusionären Gehalt von Großveranstaltungen, Medienereignissen oder Museen, die allesamt Entlastung oder Erkenntnis versprechen. Hake zeigt Sujets, die auf den ersten Blick kaum zu benennen sind. Merkwürdige physikalisch-technische Versuchsanordnungen, die sich erst über den Titel erschließen: Schalltoter Raum, Fliegender Teppich, Warmfront. Auf den Fotografien erschließen sich allerdings nicht die Phänomene selbst, sondern lediglich der hölzerne Charakter der Aufbauten. Der Fliegende Teppich, das märchenhafte Sinnbild für den Wunsch, fliegen zu können, wird im dargestellten Versuch zur Karikatur jeder Poesie: die Phantasie scheitert am Diktat der Schwerkraft und lässt die Wünsche zum technischen Nullsummenspiel werden. Auch die technische Simulation der Warmfront, die als meteorologischer Versuch analysierbar ist, eliminiert die Melancholie eines heftigen Sommergewitters im Format einer mit Kondenswasser beschlagenen Klimakiste. Diese Widersprüche und Wünsche sind das Grundthema der Arbeit NEUROPLAN. Aber nicht nur technische Versuchsanordnungen oder museale Aufbereitungen werden gezeigt, sondern auch die Inszenierungen von Freizeitparks oder anderen Events. Hake zeigt ein heterogenes Spektrum an Orten und Inszenierungen und verdichtet ihre Aussagen auf assoziativer Ebene. Dieses Vorgehen ermöglicht es, ein Bild von der Eröffnung des Filmfestivals Berlinale mit einer Ansicht aus einem Freizeitpark oder einem Boxring zu verbinden. Das Berlinale-Bild zeigt eine öde Ansicht der Veranstaltung. Der symbolträchtige rote Teppich liegt unbenutzt da. Im regennassen Dunkel warten lediglich ein paar Passanten und einige Mitarbeiter der Security auf die versprochenen Stars der Filmbranche. Die abseitige Perspektive steigert das Moment der Vergeblichkeit, als Zuschauer endlich einmal mit der glamourösen Welt des Films in Kontakt zu kommen. Vergeblichkeit und Scheitern, Hoffnung und Wunsch finden sich auch in dem Bild Karibik. Das vermeintliche Sonnenparadies besteht aus einem Schwimmbad mit mäßiger Beleuchtung. Das auf dem Wasser treibende Boot stößt an den künstlichen Horizont aus Stellwänden und Stoffbahnen. An diesen Orten kommt die Wunsch- und Bedürfnisproduktion nie zur Ruhe, bleiben alle Wünsche unerfüllt.

Die kalkulierte Simulation der Wirklichkeit findet ihren Widerhall auch in anderen Arbeiten von Caroline Hake. Die Serie MONITOR, die als work in progress seit 1998 entsteht, zeigt vor Ort fotografierte Studioansichten. Die bekannten Fernsehbilder werden ohne Animation und Moderatoren in ihrer Grundstruktur als Kulisse gezeigt. Die großformatigen Bilder erlauben es, Details zu erkennen, die im übertragenen Bild nicht zu sehen sind. Was im Fernsehen perfekt wirkt, erweist sich in der Nahsicht als zusammengeschusterte Kulisse. Monitor kompromittiert damit einen Teil der medialen Illusion. Die Präferenz, die Hake der Fotografie gibt, ermöglicht es, sich zwischen der konkreten und großformatigen Fotografie und dem erinnerten Fernsehbild hin und her zu bewegen. Auch die Fotoinstallation CHIEF von 2003 zeigt die Aufnahme eines Fernsehstudios. Doch geht es nicht wie bei MONITOR um die gegenständliche Illusion von Fernsehbildern und Kulissen, sondern um die gesellschaftspolitische Dimension einer Fernsehserie. Caroline Hake präsentiert das Büro des CHIEF einer populären amerikanischen Police Procedural als großformatigen Leuchtkasten. Ganz selbstverständlich haben sich die Ausstatter der Serie einer Vielzahl von Objekten bedient, die eine Sozialisation des Polizeichefs durch Sport und Militär suggerieren. Ein Flyer im Format DIN A2, der in der Ausstellung ausgelegt wird, bildet das zweite Element der Arbeit CHIEF. Darauf zu sehen sind Gruppenaufnahmen von verschiedenen Teams, die als Teilnehmer so genannter Adventure Games im amerikanischen Fernsehen gegeneinander antreten. Der reproduzierte Flyer wurde bereits benutzt: die ausgeschiedenen Teilnehmer sind einfach durchgestrichen. Eine Geste, die den aggressiven Tenor dieser Shows deutlich macht. Die idealisierte Welt der Polizeiarbeit wird von Caroline Hake mit den aggressiv-ausgrenzenden Grundtendenzen der Adventure Games verbunden. Sie gibt damit einen gelungenen und klugen Kommentar zur permanenten Trivialisierung und Verkehrung der gesellschaftlichen Wirklichkeit ab. Wie der öffentliche Raum von fiktiven, trivialen oder kommerziellen Bildwelten bestimmt wird, zeigt Caroline Hake in der bereits 1997 realisierten Arbeit DECOLLAGE. Auf zehn Plakatwänden in Berlin-Mitte ersetzte die Künstlerin Werbeplakate durch vermeintliche Durchsichten auf die dahinter liegenden architektonischen Strukturen. Zu sehen war jetzt nicht mehr die jeweilige Werbung, sondern ein aus Teilen der Umgebung zusammengesetztes Bild, das den Betrachtern vorspielt, auf die durch die Plakatwand verborgene Baulücke, Grünfläche oder Mauer zu sehen. Der Anschein der Authentizität, der Blick auf die wirkliche Wirklichkeit ist genauso verstellt und kontrolliert wie vordem. In DECOLLAGE bleibt der von den instrumentellen Bildern der Werbung gereinigte Stadtraum im selben Maße mit Bildern überzogen.

Caroline Hake analysiert nicht nur die visuellen Grundzüge der kulturellen Angebote oder die Mythen, die den Bildern häufig vorauseilen, sondern konzentriert sich gleichermaßen auf die Diskrepanz zwischen Wünschen, Hoffnungen, Sehnsüchten und dem tatsächlichen Status quo der Gegenwart. Die Fotografin lässt die Bilder selbst zum Zuge kommen und zeigt, dass die formalen und ästhetischen Qualitäten der Kunst eine reichere Sprache sprechen können als die normierten und vorsortierten Bilder. Dennoch basiert ihre Arbeit nicht auf einer einfachen Moral, die Aufklärung und tiefere Erkenntnis verspricht. Schließlich sind die Bilder und Suggestionen, die in Fernsehanstalten, Kinos, Museen oder als Architektur und Design angeboten werden, genau das, was die Welt in vielerlei Hinsicht ausmacht und was das Publikum will. In diesem Sinne gibt es auch keine Instanz, die verordnet, instrumentalisiert und manipuliert und alle Bedürfnisse weckt und befriedigt. Im Zweifelsfalle sind es die Akteure selbst, die entscheiden und verantworten müssen, wie weit die Unterhaltung, die Vorspiegelung falscher Tatsachen und die faktische Beschreibung der Wirklichkeit gehen soll. Und selbst im Mainstream-Programm finden sich kritische und kluge Kommentare, drückt sich die Mannigfaltigkeit aus, die sich auch in der medialen Dynamik einer kommerziellen Ordnung finden lässt. Trotz dieses Pluralismus bleibt festzuhalten, dass es ein Diktat der Bilder gibt: vordergründig und affektvoll, polarisierend und vereinfachend sind diese Produkte. Dieser Verkürzung der Lebenswirklichkeit und Wahrnehmung wird in der Arbeit von Caroline Hake widersprochen: über den Unterschied zwischen Wunsch und Wirklichkeit lässt sich nicht einfach hinwegsehen. Die Angebote der am Konsens orientierten Kultur manifestieren lediglich diesen Unterschied, tun aber nichts für eine Veränderung.

© Maik Schlüter, 2006.


Desire and Fact

Los Angeles. Hollywood. City of staged events, decay, social disaster, fear, violence, glamour, immigration and discrimination, surveillance, longing, light and darkness: Sunshine and Noir. The California metropolis contains within itself all forms of contradiction – whether of a social, ecological, utopian, cultural or political nature. A cosmopolitan city marked by social hardship and urban totality, by alternative lifestyles and organized criminality, by the film and armaments industries, family entertainment and pornography, big business and abject poverty. A city whose myths and possibilities have been extensively described in the visual arts, film and literature. This multiplicity of images and contradictions inspired the ten-part work UNIGLORY which Caroline Hake created in 2002. She depicts a city without inhabitants which, in this artwork, turns into an extract of theatricality and artificiality. UNIGLORY is a photographic fiction portraying sites which have already been set up as model stagings or which the perspective of the photographer imbues with a staged and fictional aspect. Hake deliberately obscures the supposedly clear borders between a documentary view of things and a form of photography that is more deeply involved in interpreting and staging. Emerging into view in the stylized pictures are projection-spaces of social life: as a spectacle of nature in the Pacific Ocean Aquarium, as the television studio of a game show, or as the stage for the Miss World contest. The opportunity of enjoying the wonder of nature in domesticated and entertaining form is equated with the desire to present oneself on television as the star of the moment, with the dizzying prospect of winning a heap of money or merchandise. In the same manner, the erotically charged view of standardized female bodies satiates both the sexual hunger and global ambition of the jury and audience during the beauty pageant. The entire artwork moves along a pre-determined breaking point running between desire and reality, idealism and realism. This thematic focus and aesthetic procedure become particularly apparent when Caroline Hake takes pictures, not in museums or television studios, but as segments of authentic cityscapes. The romantic atmosphere of an L.A. that is still nestled in the mists of morning shifts abruptly into its apocalyptic opposite when it becomes clear that the city is suffocating beneath a covering of dust and auto exhaust. Similarly, the beauty and fascination of streaks of light across a nocturnal sky are relativized through the realization that they trace out the flight pattern of a police helicopter circling over the district. The blending of reality and fiction, the creation of a false world beneath the sign of truth, is doubtlessly the privilege of the entertainment industry. Everything is possible: the view into the future, the rendering visible of the invisible, the close-up onto that which is far removed. The reality which Caroline Hake presents is neither wholly virtual or utterly disguised by stage scenery: shining in the nighttime desert is the light of the gated community, a social enclave whose inhabitants have blocked out everything that is foreign and frightening, whether it actually exists or is only a projection of their own dark fears. The Technicolor sunset on Venice Beach fits perfectly into this context; here, day after day, myths are freshly staged, utilized and used up.

Decay and everyday reality likewise constitute the theme of the work NIGHTSTOP from 2005, which was also created in Los Angeles. Here Hake does not show artificial interiors which are staged and controlled to the highest possible degree, but instead turns her attention to the overdeveloped infrastructure of Los Angeles. She depicts the ruined details of the urban furnishings and presents sites which are not socially regulated. No inhabitants are to be encountered in these pictures; all that may be seen is traces of decay. These are sites of dilapidation, of solitude, of transfer: representations of the existential limbo of their residents and users. The transportation routes lead through sections of the city whose basic architectural orientation was long ago randomly altered and which are characterized by building extensions and empty lots, by discarded and disused objects, by decayed and destroyed things. The photographs call to mind loss and transitoriness, isolation and disintegration. Nothing seems to possess permanence. In contrast to UNIGLORY, these images possess greater immediacy and are oriented towards an experience of reality which is frequently presented in books or films as the vision of an infernal future or social destruction. The photographs portray objects and spaces from the everyday surroundings: parking lots, underground garages, closed shop windows, entrances to buildings or empty lots. Caroline Hake presents the disrupted and improvised side of the urban coin. Here it is a matter, not of illusions, but rather of the daily erosion of the city. These documentary views are complemented by the presentation of a person moving through the deserted and inhospitable urban space – an androgynous figure passing in a seemingly aimless manner from one abandoned site to the next. The gaze of the portrayed person is always towards emptiness and has an apathetic and lost appearance. The images show a standardized and uniformed personality which wanders through an abandoned metropolis as if remote-controlled. The photographer has intervened in this pictorial sequence herself, has determined the outfit and behavior of the person. In this part of the work, Caroline Hake depicts an apocalyptic future. Under the sign of a documentary, she stages a photographic sequence which alters the context of the cityscapes. For situated at the center of the artwork is not only the intensified vision of a city, but also the fictional and narrative quality of the photography itself.

Addicted to information and entertainment, to ceaseless motion, seduction and attractivity, to opportunities and evasions, occasions and events, relaxation and pleasure, the consumers of the mainstream offerings of television, film, leisure parks and sports events stagger from offer to offer. Voluntarily and without compulsion, each individual enters into the sphere of promised self-fulfillment and distraction. A conservative spirit would demand abstinence and intellectual asceticism. But in fact has society ever been different, and were the needs of a supposedly more placid past really any different than those of today? Hardly. Enlightenment and individualism, however, have had a different effect upon the actual decisions open to each person, and a constantly developing capitalism, with its perfect production of all conceivable commodities, has catapulted these possibilities into an enormous number of choices. Under the sign of this social organization, the work NEUROPLAN from the year 2006 is concerned with the illusionary content of mass gatherings, media events or museums, all of which promise relief or discovery. Hake portrays subjects which at a first glance are scarcely capable of being named. There are peculiar physical-technical trial arrangements which first become comprehensible by means of their titles: Schalltoter Raum (Acoustically Dead Space), Fliegender Teppich (Flying Carpet), Warmfront (Warm Front). In the photographs, however, it is not the phenomenon itself which becomes accessible, but simply the wooden character of the buildings. The Fliegender Teppich, the fairy-tale symbol for the desire to fly, becomes in the represented endeavor a caricature of anything poetic: the fantasy succumbs to the dictates of gravity and reduces the wishes to a technical zero-sums game. And the technical simulation of Warmfront, which may be analyzed as a meteorological experiment, eliminates the melancholy of a violent summer storm in the format of an air-conditioner (?) covered in condensation. These contradictions and wishes are the fundamental theme of the work NEUROPLAN. But it is not only technical experimental configurations or museum adaptations which are presented, but also the stagings of recreational parks or other events. Hake shows a heterogeneous spectrum of sites and spectacles, and she intensifies her statements on the associational level. This procedure makes it possible to combine an image from the opening of the Berlin Film Festival with a view of a recreational park or a boxing ring. The picture from the Berlin Film Festival shows a barren view of the event. The red carpet, so rich in symbolism, lies unused. In rain-moistened darkness, only a few passers-by and a handufl of security workers await the promised arrival of stars from the film branch. The abnormal perspective heightens the futility of the onlooker’s yearning finally to come into contact for once with the glamorous world of cinema. Futility and failure, hoping and wishing are also to be found in the picture Karibik (Caribbean). The supposed sun-paradise consists of a swimming pool with meager lighting. The boat floating upon the water bumps into the artificial horizon of partitions and strips of textile. At sites such as these, the production of wishes and needs never comes to a standstill, and all desires remain unfulfilled.

This calculated simulation of reality is echoed in other works by Caroline Hake. The series MONITOR, which has been being created since 1998 as a work in progress, presents studio views photographed on site. The familiar television images are shown in their basic structure as a stage backdrop without animation and moderators. The large-format pictures make it possible to recognize details which cannot be seen in the broadcast image. That which appears picture-perfect upon the television screen proves in the close-up to be a stage set that has been cobbled together. MONITOR thereby compromises a part of the illusion created by the media. The preferred status which Hake assigns to photography makes it possible to move back and forth between the concrete, large-format photography and the television image recalled in memory. The photo installation CHIEF from 2003 also depicts a television studio. But in contrast to MONITOR, it is not a matter of the objective illusion of television images and stage sets, but rather of the social-political dimension of a television series. Caroline Hake presents the office of the CHIEF of a popular American police procedural as a large-sized, illuminated box. Those responsible for the décor of the series have obviously made use of a variety of objects which suggest the socialization of the police chief through sport and the military. A flyer in the format DIN A2, which is laid out in the exhibition, constitutes the second element in the work CHIEF. It shows group photos of various teams which, as participants in so-called adventure games, enter into competition with each other on American television. The reproduced flyer has already been used: the names of the eliminated participants have simply been crossed out. This gesture is a clear indication of the aggressive atmosphere of this show. Caroline Hake links the idealized world of police work with the aggressive, excluding tendency at the heart of the adventure games. She thereby makes an apt and clever commentary upon the permanent trivialization and inversion of social reality. In the work DECOLLAGE, which was already realized in 1997, Caroline Hake shows how public space is defined by fictional, trivial or commercial pictorial worlds. Upon ten billboards in the central district of Berlin, the artist replaced the advertising posters with what seemed to be views onto the architectural structures lying behind. It was no longer the respective advertisement which could be seen, but rather an image which was assembled out of parts of the surroundings and which gave the viewers the illusion of looking onto the vacancy between the buildings, green space or wall which in fact was hidden by the billboard. The appearance of authenticity, the view onto the real reality, is just as distorted and controlled as before. In DECOLLAGE, the urban space which has been cleansed of the instrumental advertising images remains covered over by pictures to the very same degree.

Caroline Hake not only analyzes the fundamental visual characteristics of cultural offerings or the myths which frequently rush on ahead of the images, but she also concentrates to the same degree upon a discrepancy between wishes, hopes, desires and the actual status quo of the present. The photographer lets the images speak for themselves and shows that the formal and aesthetic qualities of art are capable of speaking a richer language than standardized and pre-sorted pictures. Nevertheless, her work is not based upon a simple moral which promises enlightenment and profound knowledge. In the final analysis, the images and suggestions offered by television studios, cinemas and museums or presented as architecture and design are nothing other than that which in many ways constitutes the world and indicates what the public wants. In this sense, there is also no supervisory authority which engages in prescription, instrumentalization and manipulation and which awakens and satisfies all needs and urges. In case of doubt, it is the protagonists themselves who must make decisions concerning and bear responsibility for the degree to which entertainment, the presentation of falsehoods as facts, and the actual description of reality should go. And even in mainstream programming, there exist critical and insightful commentaries, and there comes to expression that extensive variety which may even be found in the dynamism of commercially organized media. In spite of this pluralism, the fact must be kept in mind that images have their own dictates: these products are superficial and emotive, polarizing and simplifying. This reduction of life in both perception and reality is contradicted by the oeuvre of Caroline Hake: it is not possible simply to ignore the difference between desire and reality. The myriad offerings made by a culture that is oriented towards consensus merely manifest this discrepancy without working in any way whatsoever to bring about change.

© Maik Schlüter and VG Wort, Bonn 2006
Translated by George Frederick Takis